Newspaper write-ups - Pressestimmen und Plattenbesprechungen

EUROCK, New York, USA

It"s been a while since the first three albums by Munju which where released on the Schneeball label, but now they're back and LE PERFECTIONNISTE is their best work yet. Rock is Munju's musical element and with this outing they've created a striking combination of provocative arrangements and adventurous playing. Guitars mix it up with keyboards as marimbas, vibes and various percussives embellish the sound. Strong melodies abound in the compositions as do exotic interludes which insert themselves at appropriate intervals to further diversify the overall sound. LE PERFECTIONNISTE is a very good record that gets better with each listening.

REGENSBURG

Nach dreijahriger Plattenpause bietet die Wurzburger Formation MUNJU mit ihrem vierten Album LE PERFECTIONNISTE einen neo perspektivischen Einblick in die Klangvielfait der computerisierten, elektro-akustischen Soundmalerei. Sphaerisch getragene Synth Musik bis hinauf zu Juri Gagarins Sputniktrip, wechselt sich ab mit terristisch vertraeumtem Gitarrenspiel. MUNJU haben ein Album voller Uberraschungen produziert. Wer die Gruppe von frueher her kennt, sollte mit ganz offenen Ohren an die Platte herangehen. Der Lohn sei ihr/ihm gewiss!

BLITZ, Ruhrgebiet, Petra Dzierzon

Spontan und gefuehlsmaessig dazu: Die Konjunktionen verlieren in der Zeitlosigkeit ihren Sinn irgendwie habe ich these Botschaft intuitiv verstanden - Qui est le perfectionniste, was ist wie warum ?...Modern, technisch perfekte Musik - aber doch nicht passend zu New Yorker Spiegelbureaus. Bei allem futuristischen Fortschritt, der ins Gehirn dringt, Ideen an einen Habenichts an der Seine, an Urspruenglichkeit mit Trommelgesangen, vielleicht etwas Exotlk und daneben steht das " Jetzt " mit MARTHA ULRICH NORDPOL JAGUAR U - BOOT ( Titel eines Stueckes ). Wer sich fuer to Brot & Spiele begeistern konnte und fuer Aussergeweoehnliches ansprechbar ist, wird auch von der 4. MUNJU - Platte viel haben, vor allem wird er in eine " Zweifelhafte Stimmung " versetzt.

KOELN

... Eines der merkwuerdigsten und witzigsten Produkte im letzten Jahr. Qui est le perfectionniste ? - MUNJU natuerlich. ...es fehlt alles was den Jazz-Rock unangenehm machen koennte... eine Scheibe fuer Leute mit einem offenen Ohr fuer Spielwitz und musikalische Kabinett-stueckchen.

GOETTINGEN

Erstrecht mit dem vorliegenden Material gehoeren MUNJU zu der Gattung Gruppen, die sich durch Musik und Konzept jedweder Klassifizierung entziehen und Eigenstandigkeit, Profil und Stilsicherheit beweisen.

BABYBLAUE SEITEN
High Speed Kindergarten (von Jochen Rindfrey)

Auf ihrem Debütalbum präsentiert die Würzburger Formation Munju feinen instrumentalen Jazzrock mit einigen Krautrock- und Latin-Einflüssen. Es handelt sich dabei mehr um Jazzrock der "lockeren" Art, allerdings ohne in die platte Beliebigkeit manch' anderer Fusionbands abzugleiten.

Über einer soliden Grundlage von dichter Percussion und knackigem Bass wechseln sich Soli von Gitarre und Saxofon ab. Dabei bläst Saxofonist Jürgen Benz (vormals bei Missus Beastly ) gelegentlich auch mal etwas schriller in sein Instrument, was mir durchaus gefällt; auf dem Titelstück greift er auch mal zur Flöte. Gitarrist Dieter Kaudel spielt bisweilen auf der akustischen (u.a. in "Kirschsuppe"), was der Musik dann einen leichten lateinamerikanischen Touch verleiht. Meist klingt sein Spiel aber eher "krautig".

Richtig ausgeflippt wird es beim Titelstück, das sich nach dem swingenden Auftakt zu einem wahren Kraut-Jazz-Freakout entwickelt und an einer Stelle nur noch aus Stimmengewirr besteht.

Wer auf die frühen Kraan steht, wird sicherlich auch an "High-Speed Kindergarten" Gefallen finden. Ebenso wie die drei folgenden Munju-Alben kann es auf der Website der Band kostenlos herunter geladen werden.

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Moon You (von Jochen Rindfrey)

"Moon You" setzt den instrumentalen Jazzrock des Vorgängers " High-Speed Kindergarten " fort. Allerdings fehlen hier weitgehend die krautig-psychedelischen Einflüsse, die auf dem Debüt noch hier und da zu hören waren. Dies empfinde ich jedoch keineswegs als Manko, im Gegenteil. Mir erscheint "Moon You" reifer als sein Vorgänger, das Zusammenspiel perfekter.

Die Musik wird auch hier wieder von Saxofon und Gitarre bestimmt, dazu liefern der kernige Bass und das umfangreiche Percussion-Arsenal eine solide rhythmische Grundlage. Dazu setzt Gastmusiker Alex Grünwald teils kräftige Akzente an Klavier und Orgel (letzteres besonders auf "Wahrscheinlich hört's wieder kein Schwein").

Einer meiner Favoriten hier ist "Feel So Blue Without You". Die erste Hälfte des Stücks wird von ausgedehnten Soli von Saxofon und Flöte dominiert, die Gitarre beschränkt sich auf Rhythmusarbeit. In der zweiten Hälfte steht dann ein leicht bluesiges Gitarrensolo im Vordergrund. Das ganze Stück wirkt locker und entspannt, eingängig, aber nicht flach.

Auch "Amerika 2000" gehört zu den Höhepunkten des Albums. Saxofonist Jürgen Benz spielt sich über dem meist eher schleppenden Rhythmus geradezu in Ekstase.

Bei "Ixthuluh" und "Vamos Ramos" ist Gitarrist Dieter Kaudel mal an der akustischen zu hören. Beide Stücke haben einen deutlich lateinamerikanischen Touch.

Wie schon bei "High-Speed Kindergarten" gilt auch hier: wer auf Jazzrock à la Kraan steht, liegt mit diesem Album goldrichtig. Erhältlich ist "Moon You" kostenlos über die Website der Band.

"Moon You" war das letzte Album in Urbesetzung, das folgende " Brot + Spiele " brachte dann neben dem personellen auch einen stilistischen Wechsel.

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Brot und Spiele (von Jochen Rindfrey)

"Brot + Spiele" war das dritte Album der Würzburger Jazzrock/Kraut-Formation Munju. Als erstes der vier Munju-Alben kann es auf der Homepage der Band kostenlos komplett herunter geladen werden. Die dort bereitgestellten MP3-Dateien stammen von Schallplatten, da die Masterbänder zu allen Munju-Alben verloren gegangen sind.

Musikalisch bietet "Brot + Spiele" treibenden Jazzrock, ergänzt um einen starken Krautrock-Anteil. Anders als auf den beiden ersten Munju-Alben gibt es hier auch sporadischen Gesang. Dieser hat häufig etwas punkiges, wird mehr herausgeschrien als gesungen.

Das einleitende "Kantstraße" kombiniert auf effektvolle Weise jazzige Saxofonklänge mit krautigen Gitarren. "Computer" dagegen könnte man glatt für ein Produkt aus der Frühzeit der "Neuen Deutschen Welle" halten - nicht das Kindergarten-Tralala von Frl. Menke und Konsorten, sondern die von Punk und New Wave beeinflusste Urform. Allerdings sind in das Stück immer wieder jazzige Passagen eingestreut. Originell!

Mit "Revue im Niemandsland" geht es dann wieder ganz in jazzige Gefilde mit schönen Saxofoneinlagen, in der zweiten Hälfte des Songs herrschen krautige Gitarren vor.

Nach dem kurzen "Armadillo", einem reinen Percussion-Stück, und dem groovigen, an Kraan erinnernden "Fliegen" folgt mit "Cosmische Müllabfuhr" das seltsamste Stück dieser Platte. Auf einen eigenartig heiter und beschwingt klingenden Gesangsteil folgt ein langes, orientalisch inspiriertes Solo auf der Oud (einer Art arabischen Laute), bis die beschwingte Stimmung des Anfangsteils wieder aufgenommen wird.

Auf "Manchmal dauert es so lang" ist Christian Burchard von Embryo als Gastmusiker am Vibraphon zu hören. Vor allem in der ersten Hälfte erinnert dieses Stück etwas an Can . Das abschließende "Such Gift, Suchhund" zeigt die Band noch einmal von ihrer kraanesken Seite.

Insgesamt eine interessante Platte. Da die Stücke allesamt kostenlos zur Verfügung stehen, kann man ohne Risiko ein Ohr riskieren.

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Le Perfecionniste (von Jochen Rindfrey)

Das vierte und letzte Album der Würzburger Formation Munju bietet eine ungewöhnliche stilistische Vielfalt. "Hollywood" und "Long and Long" sind eher einfache Stücke, die erst durch Dieter Kaudels messerscharfe Gitarre den richtigen Kick bekommen. Mit "Intetango" geht es dann plötzlichen in düstere Kammerrock-Gefilde à la Art Zoyd (Michel Berckmans von Art Zoyd und Univers Zero ist als Gastmusiker dabei). Düster grummelt der Bass, die Gitarre sägt in bester Can -Manier, und unvermittelt folgt darauf das fröhlich gepfiffene, ein bisschen chansonhafte "Metropolitan Noise".

Mit "Beat on the Wet Sock" wird es wieder avantgardistisch. Auch hier überzeugt wieder das variable Gitarrenspiel. Im Hintergrund hört man ab und zu einen ethnomäßigen (elektronisch erzeugten?) Chorgesang, der etwas an die frühen Sachen von Mike Oldfield erinnert.

Das recht eingängige "Qui est le perfectionniste?" hat etwas von der 80er-Jahre-Phase von King Crimson . Sänger Eduard Rüdel wiederholt die Worte "Music, just music" dann aber doch ein bisschen zu oft, da hilft auch die sprachliche Variierung über "Musique, seulement musique" zu "Musik, nur Musik" nicht viel. Von diesem kleinen Mangel abgesehen ist es aber immer noch ein interessantes Stück.

In "Martha Ulrich..." und "Stella" zeigt sich die Band wieder von ihrer experimentellen Seite. Bei "Stella" dominieren Schlaginstrumente unterschiedlichster Art, die rückwärts eingespielte Stimme verleiht dem Stück eine surreale Atmosphäre.

Nach dem locker-flockigen Jazzrocker "Spion" wird das Album mit einer kurzen Klangcollage abgeschlossen.

"Le Perfectionniste" ist ein Beispiel dafür, dass nicht alle progressiven Bands der 70er ihren Stil in den 80ern kommerzialisierten. Die bunte stilistische Vielfalt mag das Album vielleicht etwas uneinheitlich wirken lassen, aber letzten Endes überzeugt der Reichtum an Ideen. Erhältlich ist "Le Perfectionniste" über die Website der Band, wo man es kostenlos herunterladen kann.